Ein Reel, ein Schnitzel – und viele Meinungen.
Ein kurzer Blick hinter die Kulissen war geplant: Ein Reel über die Panierstraße im Schnitzelbär – Ei, Brösel, Fritteuse. Wir wollten zeigen, dass alle Schnitzel frisch vor den Augen der Gäste zubereitet werden. Klingt harmlos? Dachten wir auch. Und dann: ein Shitstorm.
Vor allem auf Facebook und TikTok reagierten User massiv auf das Video. Aufreger: Zubereitung in der Fritteuse und unser – zugegeben – für diesen Clip sehr dünn geschnittenes Fleisch. Jeder wusste es besser, wie „richtiges“ Schnitzel gemacht werden muss! Es war wie im Lehrbuch: innerhalb von wenigen Minuten ging das Reel viral. Ein negativer Kommentar nach dem anderen …
Für die regionale Marke Schnitzelbär war die Reichweite außergewöhnlich: Über 230.000 Views, fast 600 Kommentare und eine deutlich überdurchschnittliche Interaktion.
Wir überlegten: löschen? Ist jede Reichweite gute Reichweite? Dann probierten wir, uns die Meinungshoheit zurückzuholen oder mindestens, die Meinungen nicht unkommentiert stehen zu lassen. Über zwei Tage hinweg reagierten wir in Facebook und TikTok auf die Kommentare – humorvoll und selbstbewusst. Wir hatten nichts zu entschuldigen – außer gegen das inoffizelle Gesetz vestoßen zu haben, dass Schnitzel in einer Pfanne mit Butterschmalz gebraten werden muss.
Inhaltlich blieben wir also auf Linie: Die Zubereitung in der Fritteuse ist Teil eines bewährten Konzepts, das es ermöglicht, täglich viele Gäste frisch, effizient und zu fairen Preisen zu versorgen. Der Anspruch ist leistbare Qualität – nicht gehobene Gastronomie. Dazu posteten wir Reels von Gäste-Interviews und fragten sie nach ihrer Meinung zum Schnitzel.
Die Auswertung der Wochen nach dem Vorfall zeigt keinen nachhaltigen Reputationsschaden. Im Gegenteil zeichnete sich sogar ein positiver Effekt ab: Reichweite und Engagement blieben hoch und die Marke wuchs organisch weiter.
Der Shitstorm hat gezeigt, wie emotional selbst ein Schnitzel diskutiert werden kann. Und wie stark eine Empörungskultur herrscht, sogar beim gesellschaftlich harmlosen Thema „Schnitzel“. Für den Schnitzelbär war er vor allem eines: ein Stresstest und eine Bewährungsprobe. Beides bestanden. Darauf ein Bärenschnitzel!
